Die philosophischen und theoretischen Grundlagen der Akupunktur wurden
vor über 2000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin festgelegt
als man erkannte, dass die Nadelung bestimmter Akupunkturpunkte eine harmonisierende
Wirkung hat: Fülle wird gedämpft, Schwäche angeregt und Blockaden
gelöst. Ein harmonisches Fließen der Lebensenergie wird gefördert.
Während der Akupunktursitzung treten vielfältige Veränderungen
in Ihrem Körper auf. Diese lösen Empfindungen und Gefühle aus.
Der Einstich der Akupunkturnadeln führt zu einem kurzzeitigen Einstichschmerz,
der meist hell und oberflächlich empfunden wird. Nach dem Nadeln der Akupunkturpunkte
empfindet man häufig ein Schwere- und Druckgefühl an den Einstichstellen,
das von den Chinesen "De Qi-Gefühl" genannt wird. Selten tritt
auch ein Gefühl einer leichten Elektrisierung auf. Dieses "Nadelgefühl"
kann von Ihnen unterschiedlich stark empfunden werden.
Von Kopf bis Fuß voll Energie:
Nachdem die Nadeln für einige Minuten liegen, entspannt sich der Körper.
Arme und Beine fühlen sich oft schwer an. Es tritt ein Gefühl stärkerer
körperlicher Präsenz auf. Das Gefühl des Fließens beginnt.
Zunächst noch als sehr zart wahrgenommen, wird die Bewegung der Lebensenergie
von Sitzung zu Sitzung stärker. Am Anfang fließt sie meist im Kopf
von der Schädeldecke nach unten in den Hals und in den Brustkorb hinein.
Später wird der Fluss auch im Bauchraum, im Becken, in den Beinen bis in
die Füße hinein spürbar. Ein wichtiges Energiezentrum an Ihrer
Schädeldecke wird von den Indern "Kronenchakra" genannt. Ihre Aufmerksamkeit
sollte immer wieder zu dieser Stelle zurückkommen, von der aus Sie häufig
den Beginn des Fließens spüren können. Lassen Sie sich dann einfach
fallen. Es gibt nichts mehr an dem Sie sich zwanghaft "festhalten".
Richten Sie Ihre Gedanken nicht auf einzelne Teilgebiete Ihres Körpers, und
konzentrieren Sie sich nicht auf bestimmte Gedankeninhalte, die an Ihnen vorbeiziehen,
sondern geben Sie sich einfach dem Gesamtfluss hin.
Wenn die Spannungen sich lösen:
Auch eine tiefe ruhige Atmung in den Brustkorb hinein, gefolgt von einer längeren
Phase der Ausatmung, bei der man alle Spannung loslässt, kann von entscheidender
Bedeutung für den Therapieerfolg sein. Wenn Spannungen sich lösen, können
körperliche Empfindungen wie Zittern, Kribbeln, Kälte- oder Hitzegefühle und
Schwindel auftreten, aber auch Gefühle wie Wut, Unruhe, Traurigkeit oder
Angst werden empfunden. Diese Empfindungen und Gefühle sind Ausdruck der
Klärung der Spannungen und Blockaden, die oft der Krankheit zugrunde liegen.
Eine verlängerte Ausatmung löst Spannungen und führt zu einer Verbesserung
des Energieflusses durch den Körper.
Vom richtigen Behandlungszyklus:
In der Regel werden zwei Akupunkturbehandlungen in der Woche durchgeführt,
in Serien von 10 - 12 Behandlungen. Dann folgt meist eine Pause von 2 - 3 Wochen.
Wenn der Therapieverlauf oder die Schwere der Behandlung es erforderlich macht,
sind weitere Behandlungsserien erforderlich. 3 - 4 Monate nach Abschluss der
Behandlung sind zur Auffrischung 2 - 4 Akupunktursitzungen zu empfehlen, die
zur Stabilisierung des Heilerfolges beitragen. Bei erneutem Auftreten der Erkrankung
nach Monaten oder Jahren, beispielsweise bei Migräne, sollte frühzeitig
mit einer erneuten Akupunkturbehandllung begonnen werden die in der Regel deutlich
kürzer ist als der erste Behandlungszyklus.
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